Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 13.12.2019

Das passiert, wenn sich Schüler Pferden anvertrauen

Talanderschule stellt in einer Fotoausstelllung ihr Projekt Lebendige Inklusion vor

miho

Kisslegg - Die Kinder nennen sich Kluge Feder, Flowing Dancer, Warrior, Maschoni und Flying Horse. Sie tragen Federschmuck und Cowboyhüte. Einige Bilder sind schwarzweiß – andere zeigen Momentaufnahmen zwischen Pferd und Kind. Das Inklusionsprojekt der Talanderschule in Wangen hat im März 2018 begonnen und endete im Sommer 2019. Zehn Schüler von Anke Ahner tauchten in das ursprüngliche Leben der Indianer ein. Die Kinder haben auf dem heilpädagogischen Pferdehof von Armgard Schörle in Sommersried bei Kißlegg Reiten gelernt und eine Beziehung zu den Pferden aufgebaut. Eine Fotografin hat das Projekt Lebendige Inklusion begleitet.

Die Talanaderschule ist ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum, das Kinder von der ersten bis zur neunten Klasse nach dem Waldorflehrplan unterrichtet. Der Schwerpunkt liegt auf der sozialen und emotionalen Entwicklung der Schüler. „Zusammen mit dem Verein Heilpädagogisches Reiten in Oberriedgarten konnten zehn Schüler, vier Pferde und fünf Lehrer besondere Begegnungen und ein Gefühl der Verbundenheit kennen lernen“, so die Lehrerin Anke Ahner bei der Ausstellungseröffnung.

Bei dem Projekt Lebendige Inklusion sollten die Kinder den Umgang mit Pferden lernen und ihnen bewusst begegnen, indem sie mithilfe von Verkleidungen und Indianergeschichten das „ursprüngliche Leben der Indianer kennen lernen“, sagt Ahner. Die Schüler waren sechs bis acht Wochen auf dem Reiterhof von Armgard Schörle. Dabei habe es allerdings auch einige Hürden zu überwinden gegeben. „Ein Junge musste zuerst lernen, dass er sein Pferd teilen muss“, sagt sie.

Teamarbeit war eine wichtige Eigenschaft, die vermittelt worden sei. Im Lernprozess sei viel entstanden. Ob es darum ging, den Mut zu finden, freihändig auf einem großen Pferd zu reiten, einem Mitschüler im Pferdeteam zu helfen, mit dem man in der Schule vielleicht gar nichts zu tun hat, oder darum, Mitgefühl für ein verletztes Pferd zu entwickeln – jeder habe seine eigenen Herausforderungen gehabt, an denen er gewachsen sei, sagt Ahner.

Einer der Schüler, Emanuel, erzählt den Besuchern und Eltern was er mit seinen Schulkameraden erlebt hat. „Zuerst haben wir gefragt, wie die Pferde heißen“, sagt er. Dann durften sie die Tiere aus Amerika, Island und Deutschland putzen und striegeln. „Auf dem Heuboden durften wir sogar spielen“, sagt er. Als letzten Schritt lernten sie Reiten. Die Fotografin Stefanie Zehender hat die „lebendige Inklusion“ begleitet. „Das war das Tollste, das ich je gemacht habe“, sagt Zehender. Die Schüler wollten ihre Erfahrungen teilen. Deshalb stellt die Schule rund 20 Bilder aus. Schörle empfand die Arbeit mit den Kindern ebenfalls als lehrreich. „Dass ich die Begegnungen zwischen den Kindern und den Pferden sehen durfte, hat die Qualität meiner Arbeit verbessert“, sagt Schörle. Dadurch habe sie das Wesen ihrer Tiere nach 25 Jahren erneut kennen gelernt. Viele glückliche Umstände hätten dazu geführt, dass das Projekt zustande gekommen sei. Viele glückliche Umstände hätten dazu geführt, dass das Projekt zustande gekommen ist.

Einen besonderen Impuls habe sie von ihrem Mann bekommen, als er die Fotos von Zehender sah. Weil die Volksbank lokale Vereine und gemeinnützige Projekte durch Crowdfunding (also Gruppenfinanzierung) unterstützt, kontaktierte Schörle Sabine Kant, die Geschäftsstellenleiterin der Bank. „Damit solche Projekte finanziert werden, geben wir als Bank bei einer Spende von fünf Euro jeweils zehn Euro dazu“, sagt Kant. 1025 Euro kamen so zusammen. Im Schalterraum der Volksbank Kißlegg können Besucher die Ausstellung bis 31. Januar 2020 anschauen. Von Montag bis Freitag 9 bis 12 Uhr, montags und donnerstags von 14 bis 18 Uhr sowie dienstags und freitags von 14 bis 16 Uhr ist die Bank geöffnet.

Stefanie Zehender fand die Arbeit mit den Kindern „total spannend“. Das spiegelt sich in ihren Fotocollagen wider. Foto: Stefanie Zehender

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 29.01.2021

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