Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 27.11.2019

Carsharing: Etwa ein Dutzend Fahrten pro Monat

Das Elektroauto ist vor rund drei Monaten in Betrieb genommen worden - auch Unternehmen interessiert

Von Christian Reichl

Leutkirch - Seit etwa drei Monaten läuft das erste Carsharing-Modell in Leutkirch. Für etwa ein Dutzend Fahrten pro Monat wird das Elektroauto bisher ausgeliehen. Auch Unternehmen interessieren sich für das Mietfahrzeug.

Das Carsharing-Auto, das seit August am Leutkircher Bahnhof ausgeliehen werden kann, wird jede Woche mehrmals gebucht. „Das Projekt ist gut angelaufen, sowohl Privatpersonen, als auch Firmen nutzen mittlerweile das E-Auto“, sagt Tobias Sirch, Geschäftsführer vom Autohaus Sirch.

Zu den Gewerbetreibenden unter den Nutzern zählen beispielsweise die Leutkircher Stadtverwaltung und seit Kurzem die Volksbank Allgäu-Oberschwaben, die ebenfalls bereits eine Testfahrt absolviert hat. Mit der Online-Marketing-Agentur Inallermunde gebe es derzeit schon einen weiteren Interessenten.

Trotzdem sieht Sirch hinsichtlich der Auslastung des Fahrzeugs noch Potenzial nach oben: „Gerade abends haben wir noch relativ wenig Buchungen.“ Für die Zeit nach Feierabend setzt er auf weitere private Nutzer, die sich erst einmal an das neue Modell gewöhnen müssten: „Die Hemmschwelle, etwas Neues anzufangen, ist meist hoch.“

Ein weiteres Fahrzeug werde angeschafft, sobald das Elektroauto voll ausgelastet sei. „Bevor es zu Doppelbuchungen kommt, werden wir den nächsten Schritt gehen“, sagt Tobias Sirch. Aktuell bestehe noch kein Bedarf.

„Die bisherigen Nutzer sind sehr zufrieden“, berichtet Berthold König, Geschäftsführer des Energiebündnisses Leutkirch. Lediglich der Ladevorgang unterwegs gestalte sich teilweise schwierig, was allerdings ein Versäumnis der Politik sei. Diese habe es verpasst, Regelungen für ein einheitliches Lade- und Abrechnungssystem einzuführen.

Bei den meisten Mietern handle es sich um Privatpersonen, die mit dem Carsharing-Auto Kurzstrecken zurücklegten, so König. Im Schnitt würde das Auto im Gesamten für etwas mehr als ein Dutzend Fahrten pro Monat genutzt. „Etwa drei bis vier Mal pro Woche wird es derzeit ausgeliehen.“

Trotz der eher verhaltenen Nachfrage blickt König optimistisch in die Zukunft: „Das Projekt muss sich erst langsam einpendeln.“ Auch in die Gewerbetreibenden setzt er seine Hoffnung. Mit der Volksbank Allgäu-Oberschwaben, die sich nun ebenfalls registriert habe, komme ein Unternehmen hinzu, das sehr viele mögliche Nutzer hat. Ansonsten seien natürlich Fahrgäste der Bahn, die das Auto zur Weiterfahrt nutzen, potenzielle Mieter.

„Wir werden uns in den nächsten Tagen anmelden“, sagt Tobias Pflug, Eventmanager der Agentur Inallermunde. Auf das Konzept ist die Agentur beim Unternehmertreffen gestoßen. „Es hat uns überzeugt, weil es nachhaltig ist und wir eigene Ressourcen anders einplanen können“, sagt Pflug. Anstatt einen weiteren Pkw zu leasen, würden die Mitarbeiter in Zukunft, wenn die eigenen Firmenautos belegt sind, auf das Carsharing-Auto ausweichen.

Auch bei der Stadt Leutkirch können Mitarbeiter seit November das Auto buchen. Allerdings rechnet die Verwaltung nicht mit einer starken Nutzung, da der Standort für Stadtangestellte eher ungünstig sei. „Kurze Dienstwege werden zudem oft zu Fuß oder mit dem Rad erledigt“, sagt Jacqueline Zenker von der Stadtverwaltung. Für längere Dienstwege nutze man hingegen derzeit noch die Bahn oder eigene Firmenfahrzeuge.

Das Elektroauto steht am Leutkircher Bahnhof bereit. Bei derzeit rund zwölf Fahrten pro Monat gibt es noch freie Kapazitäten. Foto: Patrick Müller

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 29.12.2020

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