Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 28.10.2019

Die Alternativen zur Ölheizung

Großes Interesse am „Tag der Heizung“ des Energiebündnisses im Bürgerbahnhof

Von Karl-Heinz Schweigert

Leutkirch - Durchgehend vollbesetzte Stuhlreihen im Informationszentrum des Bürgerbahnhofes und zeitweise auch noch stehende Besucher belegen: Der „Tag der Heizung“ am Samstagvormittag, organisiert vom Leutkircher Energiebündnis, fand großes Interesse.

Einen Beitrag hierfür dürfte auch die Bundesregierung geleistet haben, deren Absicht es ja ist, den Neubau von Ölheizungen baldmöglichst zu verbieten. Welche modernen Alternativen es hierzu gibt, darüber konnten sich die Zuhörer im „Halbstunden-Takt“ der Fachvorträge umfassend informieren. Deren gemeinsamer Tenor war es, vor der Investition einer Heizungsanlage eine Fachberatung durchzuführen, die eine individuell optimale Lösung zum Ziel hat.

Wirksam Energie sparen lässt sich so durch „die kontrollierte Wohnraumlüftung in Neubau und Sanierung“ erreichen, so Andreas Dinser von der Dießener Firma Vallox. Ein wichtiger Teil hierbei ist die Rückgewinnung im Wärmetauscher, dessen Filter zudem vor Pollen schützt. Das Kondensat werde abgeführt und verhindere daher auch die Schimmelbildung. „Die Sonne schickt uns keine Rechnung“, so die bekannte Erkenntnis von Ulrich Gütler (Pfeiffer&May Weingarten), der bündig und anschaulich die Funktionen von Flach- und Röhrenkollektoren sowie eines Schichtspeichers erklärte. Die Größe einer Anlage richte sich nach den Bedürfnissen der Bewohner, denn schmunzelnd vom Referenten bemerkt: „Niemand will, dass die Frau davonläuft, weil es zu kühl ist.“

Persönliche Möglichkeiten und Vorlieben entscheiden auch beim Einbau von „modernen Scheitholz- und Pelletskessel“. Sascha Günther von der Firma Fröling aus dem österreichischen Grieskirchen schlug hierzu den weiten Bogen von Kombi- und Holzverstromungsanlagen über Brennwerttechnik und Pufferspeicher bis zum „flüssigen Holz“, den Pellets.

Mit Erdgas nicht nur heizen, sondern gewinnbringend „auch Strom machen“, das gelinge mit der Brennstoffzelle. Für dieses „zukunftsweisende Heizsystem“ machte sich Bernd Gruber von der Aichstettener Firma Leo Gruber stark. „Wärmegeführt und stromoptimiert“ installiert könne man aus zwei Kilowatt Gas ein Kilowatt Wärme und 0,75 Kilowatt Strom gewinnen.

Eine Einsparung von gut der Hälfte von fossilen Quellen verspreche der Einbau von Wärmepumpen, so Jan Boden von der Wangener Firma Weishaupt. Die Energie komme dabei aus der Luft oder von der Erdwärme, denn „99 Prozent der Erdmasse ist über 1000 Grad heiß“.

Über Fördermöglichkeiten

Agathe Peter von der Volksbank Allgäu-Oberschwaben tat sich dann angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen leicht, über Fördermittel, Zuschüsse und Kredite bei der „Finanzierung mit Sonnenscheingarantie“ zu sprechen. Voraussetzung sei es aber, den Antrag immer vor Beginn der Maßnahme zu stellen.

„Auf dies sollten Sie beim Heizungstausch achten“: Das war das Thema für Berthold König vom Energiebündnis, der auch die Pflichten aus dem Energie-Wärmegesetz vorstellte. Angesichts des „Förderdschungels“ empfahl er ebenfalls die fachliche Beratung, um dann, ebenfalls im Interesse des Klimaschutzes, mit der einfachen Erkenntnis abzuschließen: „Die billigste Energie ist die, die man nicht benötigt.“

Sie stehen für aktive Maßnahmen zum Klimaschutz (von links): Berthold König, Andreas Dinser, Sascha Günther, Agathe Peter, Bernd Gruber und Ulrich Gütler. Foto: Karl-Heinz Schweigert

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 18.01.2021

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