Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 11.09.2019

„Heanat“ und „Deanat“ beianand

Volles Programm beim Westallgäutag - Gäste aus der Nachbarschaft machen sich rar

Von Bernd Guido Weber

Beuren - Es hätte ein rauschendes Fest werden sollen. Um den Zusammenhalt zwischen den Westallgäuern von „heanat“ und „deanat“, weit über die politisch gezogenen Grenzen hinaus, zu feiern. Angerichtet hatte Ortsvorsteherin Silvia Ulrich ein opulentes Programm, alle Vereine an Bord. Leider, leider machen sich die erwarteten Gäste aus dem gesamten Westallgäu rar. Da hatte es offenbar einige Kommunikationsprobleme bei den Ankündigungen gegeben.

In der Festhalle spielte die Musikkapelle Beuren frisch auf, vor vielen leeren Bänken. Gekommen waren vor allem die Beurener, die in der Kulturgemeinde aktiven Vereine. Die 900-Einwohner-Ortschaft hält vorbildlich zusammen.

Dabei hat die Idee „Westallgäutag“, 2004 von Karl Stiefenhofer vom Heimat- und Geschichtsverein Eglofs mit Leben gefüllt, ihren Charme. Westallgäu ist nicht nur der Kreis Lindau (wobei die Bodenseestadt selbst nicht dazu zählt), also das Allgäu um Lindenberg, Scheidegg, Heimenkirch, Weiler. Zum Westallgäu zählen ebenso Städte und Orte diesseits der bayerischen Grenze: Argenbühl, Isny, Leutkirch. Ob auch Kißlegg dazugehört, ist umstritten. Wangen hat das Prädikat „im Allgäu“ 1936 zur Förderung des Tourismus erhalten. Jedenfalls eine gute Sache, die Westallgäuer von „heanat“ und „deanat“ zusammenzubringen.

Eröffnet wurde der Festtag durch eine Messe, so wie es sich im Allgäu gehört. Altpfarrer Hermann Seeger nahm das Thema auf, betont den Wert des guten Miteinanders. Der Kirchenchor singt. Die Böllergruppe Eglofs schoss das Fest lautstark an, mit Kanonen und Büchsen. Ortsvorsteherin Silvia Ulrich begrüßte herzlich, stellt Beuren vor. Zwei kurze Spiele sorgten für Lacher, das Wettnageln gewinnt Max Boneberger, Ortsvorsteher von Rohrdorf. Kein Wunder, er ist gelernter Zimmerer. Auch das Gaudi-Biertrinken - so viele Schlucke aus der Flasche, bis 660 Gramm Gesamtgewicht erreicht sind - war rasch vorbei. Dann spielte die Musik auf, kann sich hören und sehen lassen. Besonders schön wurde es, als die Musiker aufstanden, unter Leitung von Christian Bemelsmann ein Lied anstimmen. Begleitet von einigen kernigen Bläsern. „Mein Tirolerland“. Das gehört zwar definitiv nicht zum Westallgäu, aber wer weiß? Der nächste Westallgäutag findet in Riefensberg im Bregenzer Wald statt. Nicht gedacht als Einvernahme, als Festtag der guten Nachbarschaft.

Während die „normalen Leute“ aus der weiten Nachbarschaft fehlten, war immerhin der „Promi-Tisch“ ganz gut besetzt. Doch auch hier waren viele nicht dabei, die man an einem solchen Tag schon erwartet hätte. Natürlich war Karl Stiefenhofer vor Ort, mit dem neuen Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsverein Eglofs, Karl Milz. Richard Bilgeri, Obmann des 1200 Mitglieder zählenden Heimatpflegevereins Bregenzer Wald, mit Ehrenobmann Anton Schnetzenbach. Wolfgang Sutter vom „Heimattag für den Landkreis Lindau e.V.“, in schwarzer Tracht mit schwarzem Schlapphut. Bürgermeister Markus Reichart aus Heimenkirch. Der Rohrdorfer Ortsvorsteher, er vertrat sozusagen den Isnyer Bürgermeister Rainer Magenreuter, der bei der „Isny Classic“ die Startfahne schwingt. Oder waren die Braubrüder Hans und Josef Stolz die eigentlichen Isnyer Repräsentanten? Waldemar Westermayer, aktiv in vielen Funktionen, war da, auch Christa Fuchs (Eglofs), stellvertretende Vorsitzende der Landfrauen Württembergisches Allgäu. Agathe Peter zeigte für die Volksbank Allgäu-Oberschwaben Präsenz.

Die Musik spielte fröhlich, im Foyer der Festhalle gab es einige nette, nie überfüllte Stände. Destillierte Früchte aus Isny-Gumpoldshofen. Kleine, selbst gefertigte Geschenke von Stefanie Gögler. Milch vom Hodrushof. Holzideen vom „Holzwurm Michi“. Das Mittagessen mundete, Küchenchefin Hermine Prinz hatte wieder einmal gut gekocht. Der Service der Kulturgemeinde war superfreundlich. Zwischendurch Aufmerksamkeit: Karl Milz verkündete, dass das Freigericht Eglofs die österreichische Gemeinde Riefensberg zum Ausrichter des Westallgäutags 2020 gewählt hat. Heimatobmann Bilgeri stellte Ort und Region vor, und seinen Verein.

Das Fest ging mit Alphorn-Klängen weiter, es spielten Franz, Matthias und Stephan Wandinger aus Leutkirch. Die Instrumente wurden in Beuren gebaut, zudem gab es familiäre Bindungen zur Ortsvorsteherin. Der Männergesangverein setzte den musikalischen Schlusspunkt. Eigentlich ein schönes Fest, toll organisiert. Halt etwas wenig Leute. Aber mit Happy-End: Beuren siegt im Heimspiel 4:0 gegen Kißlegg.

Nette Ideen für kleine Geschenke hat Stefanie Gögler, Marie hilft beim Verkauf, Lina Schupp (rechts) ist jedenfalls angetan. Foto: Bernd Guido Weber

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 13.01.2021

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