Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 13.07.2019

Schockgeräte: Beim Herzinfarkt zählt jede Minute

In der Kurstadt gibt es mehrere Defibrillatoren-Standorte - Schnelle Hilfe ist entscheidend

Von Karin Kiesel

Bad Waldsee - Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die Todesursache Nummer eins. Im Falle eines Herzinfarkts ist schnelle Hilfe entscheidend. Durch den raschen Einsatz eines Defibrillators (kurz: Defi) erhöhen sich die Überlebens-chancen erheblich. In der Kurstadt gibt es mehrere Defi-Standorte. Darunter die Kreissparkasse, Edeka Haidorf und der Lebensmittelmarkt „Onkel Robert“. Durch das Schockgerät der „Onkel Robert“-Filiale in Bergatreute konnte bereits ein Leben gerettet werden. Auch der Defibrillator der Volksbank in der Grabenmühle war seit 2016 bereits einmal im Einsatz.

Die Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind zahlreich: Stress, Überbelastung, genetische Vererbung, Aufregung oder Herzfehler. Pro Jahr sterben allein in Deutschland mehr als 100 000 Menschen am plötzlichen Herztod und damit ist die Zahl der Herztoten zwölfmal höher als die der im Straßenverkehr tödlich Verunglückten, teilt der Verein „Pro Defi - Kampf dem Herztod“ mit. Auf dessen Homepage können sich Interessierte auch für den jeweilig eingegebenen Ort die Standorte für Defibrillatoren anzeigen lassen. Wie der Verein erläutert, sinke bei jeder Minute ohne Hilfe die Überlebenschance um sieben bis zehn Prozent. Durch eine frühzeitige Defibrillation könne jedoch ein kontrollierter Herzrhythmus wiederhergestellt werden.

Bei mehreren Notfällen im Einsatz

Der plötzliche Herztod trifft keinesfalls nur ältere Menschen. Er tritt bei allen Altersgruppen auf und viele könnten gerettet werden. Daher sind öffentlich zugängliche Defibrillatoren wichtig. Das findet auch Manfred Schöner, Vorstand der Kreissparkasse Ravensburg. „Für die Notfallversorgung ist das sehr wichtig, wir unterstützen das gerne.“ Daher sei in mehreren Filialen ein Defibrillator frei zugänglich, so auch seit 2016 in der Filiale auf dem Rathausplatz Bad Waldsee. Auf den dortigen Defi musste nach Angaben von Schöner noch nie zugegriffen werden, „zum Glück“, wie er sagt. Anders sieht es in Ravensburg aus, dort habe es schon mehrere Notfälle auf dem Marienplatz gegeben, bei dem der Defibrillator aus der Kreissparkasse im Waaghaus zum Einsatz kam.

Die medizinischen Geräte sind laut Schöner so offensichtlich in den rund um die Uhr zugänglichen Bankräumen platziert (bei den Geldautomaten), damit sie leicht zu sehen sind. Zudem seien die Defibrillatoren in der Handhabung so „einfach wie möglich“ gehalten, damit „sie jeder Passant im Notfall bedienen kann“. Zur Verfügung gestellt und gewartet werde der Schockgeber in Bad Waldsee vom Deutschen Roten Kreuz. Einen weiteren Defibrillator gibt es in der Kurstadt in der Volksbank an der Grabenmühle. „Wenn auch nur ein Leben damit gerettet werden kann, ist es ja klar, dass wir so ein Gerät zur Verfügung stellen“, sagt Regionalmarktdirektor Anton Sproll und verweist auf das Motto der Bank „Für die Menschen, für die Heimat“. Gekauft habe den Defibrillator die Bank, gewartet werde er vom Roten Kreuz. Seit 2016 musste das Schockgerät in Bad Waldsee bereits schon einmal benutzt werden, wie Sproll weiter berichtet. Der eigentliche Notfall habe sich außerhalb ereignet, zur schnellen Hilfe wurde der Defi aus der Bank geholt. Weitere Defi-Standorte der Volksbank sind laut Sproll in den Geschäftsstellen in Haisterkirch und Wolfegg. In den ehemaligen Bankgebäuden in Mittelurbach sowie in Michelwinnaden am jetzigen Dorfladen gebe es ebenfalls jeweils einen Defibrillator.

Mitarbeiter im Umgang geschult

Auch beim Edeka Haidorf in der Bahnhofstraße in Bad Waldsee ist direkt im Eingangsbereich (Nähe Leergutautomaten) seit 2017 ein Defibrillator angebracht. Wie Inhaber Jürgen Haidorf berichtet, musste er bislang noch nie benutzt werden. „Unser Defi wurde durch Firmen gesponsert. Ich finde das eine sehr gute Sache, weil das Gerät einfach dazu beiträgt, Leben zu retten.“ Die Mitarbeiter seien alle im Umgang mit dem Schockgerät geschult. Prinzipiell könne es aber von jedem Kunden und Passanten genutzt werden und sei dementsprechend „gut sichtbar“ platziert.

Ebenfalls durch Waldseer und Aulendorfer Firmen finanziert ist der Defibrillator im Lebensmittelmarkt „Onkel Robert“ in der Friedhofstraße. Seit 2016 hängt das medizinische Gerät in der Nähe der Kasse. „Einfacher Leben retten geht nicht“, sagt Markt-Inhaber Robert Lippmann. Der Defi in Waldsee sei bislang noch nie zum Einsatz gekommen.

Anders sieht das in Bergatreute aus, dort wurde der Defibrillator aus Lippmanns Supermarkt bereits schon dreimal genutzt. Alle diese Notfälle haben sich außerhalb des Ladens ereignet. „Einmal konnte dank des Defibrillators das Leben der Person gerettet werden“, berichtet Lippmann. Wie er erzählt, wusste die Feuerwehr von dem Schockgerät in seinem Markt. Die Einsatzkräfte hätten schnell reagiert und das Gerät flink aus dem Laden geholt. Bei den anderen beiden Fällen sei der Defi einmal von einer Ärztin und einmal von einem Passanten geholt worden, die Notfälle seien alle außerhalb passiert. „Deswegen ist es so wichtig, dass jeder die Defi-Standorte kennt. Schade ist natürlich, dass nur während unserer Öffnungszeiten darauf zugegriffen werden kann und nicht wie bei Banken rund um die Uhr.“

Weitere Infos gibt es online

unter www.prodefi.de

Auch in der Volksbank in Bad Waldsee hängt ein Defibrillator an der Wand. Geschäftsstellenleiter Werner Seibold zeigt den frei zugänglichen Standort des medizinischen Schockgeräts. Foto: VBAO

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 20.01.2021

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