Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 04.07.2019

„Die schaffen alle fleißig mit“

Realschüler bauen mit Firmenunterstützung einen Pavillon für den Schulhof

Von Steffen Lang

Bad Wurzach - Einen Pavillon baut derzeit die Technikgruppe der achten Klasse Realschule im Pausenhof der Schule. Das hat mehrere positive Seiten.

„Auf unserem Schulhof gibt es einfach zu wenige Sitzmöglichkeiten“, erzählt Lehrer Frederic Sporleder, „daran wollen wir nun selbst etwas ändern.“ Die Idee, einen Pavillon zu bauen, kam bei den neun Achtklässlern seiner Technikgruppe sehr gut an. Schnell waren mit den Unternehmen Dangel Holzbau, Bau Info Zentrum, H&M Bau und der Volksbank Allgäu-Oberschwaben vier Partner gefunden, die das Projekt unterstützen. Die drei Baufirmen liefern Material und Know-how, die Volksbank sponsert eine Sitzbank. Dazu habe man von der Würth-Stiftung Geld und eine Grundausstattung an Werkzeug erhalten, berichtet Sporleder.

Bereits im Mai begannen die Arbeiten. Das Bau Info Zentrum erstellte den professionellen Konstruktionsplan. „Den haben wir mit den Schülern dann genau durchgesprochen“, erzählt Sporleder. Danach ging's ans Fundament. Die Grundfläche von 3,5-mal 3,5 Metern wurde ausgehoben, die Flächen, auf denen die Füße des Pavillons stehen, wurden betoniert.

Beton mit Eimern geschleppt

„Da haben die Jungs kräftig Hand angelegt“, lobt Sporleder seine Gruppe, die überhaupt mit hoher Motivation zur Sache gegangen sei. Weil zum Beispiel der Lkw mit dem Beton wegen der vom Regen aufgeweichten Wiese nicht bis zum Pavillonstandort fahren konnte, musste der Baustoff mit Eimern die letzten Meter transportiert werden.

In Werner Dangels Betrieb wurden in den Wochen darauf die benötigten Balken zugeschnitten und mit einem ersten Farbanstrich versehen. „Soweit es der Arbeitsschutz zuließ, haben das alles die Schüler selbst gemacht“, berichtet Dangel.

An diesem Dienstag wurde nun der Pavillon weitestgehend aufgebaut. Die Schüler verschraubten unter Anleitung die einzelnen Bauteile und stellten die 2,50 Meter hohe Holzkonstruktion auf. Das ließen sich Dangel sowie Julian Häfele vom BIZ und sein Bruder Johannes Häfele von H&M nicht entgehen und schauten gemeinsam mit Schulleiter Dietmar Schiller und dessen Stellvertreter Martin Aigner persönlich auf der Baustelle vorbei.

Das Trio zeigte sich von dem Projekt sehr angetan. „Gut und richtig“ sei es, so Dangel, die Jugendlichen schon in der Schule praktische Erfahrung im Handwerk sammeln zu lassen. Und das mache ihnen auch sichtlich Spaß: „Die schaffen alle fleißig mit.“ „Die Jungs stellen sich auch recht geschickt an“, beobachtete Julian Häfele, der wie seine beiden Kollegen sicherlich insgeheim hofft, dass sich in der Gruppe der eine oder andere künftige Praktikant oder gar Auszubildende seiner Firma befindet. Ganz konkret haben bereits zwei der Jungs bei Werner Dangel wegen eines Praktikumsplatzes nachgefragt.

Viel besser als ein Modell

Auch Frederic Sporleder freut sich, dass seine Schüler mal Hand anlegen können. „Im Unterricht einen Praxisbezug herzustellen, ist vor allem im Themenfeld Bauen und Wohnen immer schwierig. Wenn sie mal ein ganz konkretes Projekt verwirklichen können, ist das natürlich viel besser als nur mit Modellen zu arbeiten.“ Und Sporleder lobt auch die Bereitschaft der Unternehmen, die selbst in der derzeitigen Hochbetriebsphase auf dem Bau Unterstützung leisten.

Ganz abgeschlossen ist der Pavillonbau noch nicht. Kommende Woche soll noch das Dach aufgesetzt werden. Dann gibt es auch, ganz in guter Handwerkertradition, ein Richtfest. Und später erhält das Holz noch einen zweiten Anstrich und die Grundfläche wird gepflastert.

Stolz stellen sich die Achtklässler gemeinsam mit ihren Lehrern und Unterstützern vor dem gerade gebauten Pavillon auf. Foto: Steffen Lang

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 29.01.2021

Das könnte Sie auch interessieren

Ausbildung

Ausbildung

Eine Ausbildung zur Bankkauffrau bzw. zum Bankkaufmann bietet abwechslungsreiche Aufgaben.

mehr