Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 15.05.2019

Punktet Wangen bald digital?

Händler der Leistungsgemeinschaft stimmen Verhandlungen mit einem Anbieter zu

Von Jan Peter Steppat

Wangen - Die Leistungsgemeinschaft Handel und Gewerbe (LG) krempelt möglicherweise ihr Punktesystem von Papiermarken auf eine digitale Form um. Die Generalversammlung gab jedenfalls ihr grundsätzliches Einverständnis, mit einem entsprechenden Anbieter konkret zu verhandeln. Sollten diese erfolgreich sein, kann sich Geschäftsführer Christoph Morlok eine Umstellung im Herbst vorstellen - wenn die Vereinigung Wangener Händler ihr 15-jähriges Bestehen feiert.

„Piggy“ heißt das aus den Niederlanden stammende und seit Januar auch auf dem deutschen Markt befindliche System, für das dem Vorstand bereits ein Angebot vorliegt und das Deutschland-Vertriebsleiter Michael Flamm am Montagabend der in der Volksbank tagenden Gemeinschaft vorstellte. Laut Flamm arbeiten bereits 3500 Einzelhändler im Nachbarland mit dem System, dessen technische Ausstattung auf Ipads und einem Wlan-Anschluss basiert.

Per Karte oder per App möglich

Sind die jetzt anstehenden Verhandlungen zwischen LG und „Piggy“ erfolgreich und folgen die Vereinsmitglieder deren Ergebnis, könnten die seit 15 Jahren bekannten Papiermarken ab Herbst - und nach einer Übergangsfrist - ausgedient haben, so Morlok. Das heißt: Kunden der Wangener Händler müssten dann nicht mehr die Bons einlösen, sondern könnten dies digital per kleiner Schlüsselspeicherkarte oder via App tun, wie Flamm erläuterte.

Der Deutschland-Vertriebsleiter warb für das System, das aus seiner Sicht auch jüngere Leute anspricht, den Verlust der Marken ausschließe und auf den digitalen Endgeräten der Kunden Zusatzfunktionen zulasse. Beispielhaft nannte Flamm weiterführende Angebote der in der Leistungsgemeinschaft zusammengeschlossenen Händler.

Von diesen ernteten er und der LG-Vorstand zwar grundsätzliche Zustimmung zu Verhandlungen, allerdings auch Skepsis, was den Datenschutz angeht. So kristallisierte sich bei der Generalversammlung heraus, dass sie ein für die Leistungsgemeinschaft geschlossenes System bevorzugen und damit Werbung anderer Händler ausschließen wollen. Ferner möchten sie ihre Kunden schützen und sprachen sich zum Beispiel gegen den Zwang der Angabe von E-Mail-Adressen aus. Beides Themen übrigens, die Michael Flamm zuvor den LG-Mitgliedern mit dem Hinweis auf das Sammeln von Daten als positiv verkauft hatte: „Dann wissen Sie mehr oder alles über Ihre Kunden.“

Auch weil der „Piggy“-Vertreter aber zusicherte, dass der von den Händlern gewünschte, anonymisierte Kundenschutz technisch machbar ist, gab es letztlich den Grundsatzbeschluss. Für diesen hatten zuvor LG-Vorstand Sebastian Scherer, Geschäftsführer Christoph Morlok und Dietmar Schiele geworben. Vor allem Letzterer, einer von Morloks Vorgängern und heute noch im Ehrenamt für die händische Abrechnung des papiernen Punktesystems zuständig, verdeutlichte den aktuell hohen Arbeitsaufwand. Vor diesem Hintergrund kann sich Schiele eine Anhebung des Monatsbeitrags pro Händler von 20 auf 30 Euro vorstellen.

600 000 „Papierstücke“ per anno

Und Scherer rechnete vor, dass derzeit pro Jahr 600 000 „Papierstücke“ bearbeitet werden müssten. Zudem sei dafür auf Sicht die Einstellung einer 450-Euro-Kraft nötig. OB Michael Lang sprach sich mit Blick auf jüngere Generationen ebenfalls für die Umstellung aus, bemerkte aber wie sinngemäß eine Reihe von Händlern: „Wichtig ist, mit dem Kundenschutz sensibel umzugehen.“

Dass sich die Wangener Punkte nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen, zeigte der Blick auf die von Dietmar Schiele vorgestellten Zahlen: Demnach sind im vergangenen Jahr Wangen-Punkte im Wert von rund 116 000 Euro rückvergütet worden. Seit deren Einführung im Jahr 2004 sind es insgesamt etwa 1,65 Millionen Euro.

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 20.01.2021

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