Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 21.03.2019

Erfolgreiches erstes Geschäftsjahr nach der Fusion

Volksbank Allgäu-Oberschwaben legt Jahresbilanz für 2018 vor - Keine weiteren Filialschließungen geplant

Von Tobias Schumacher

Leutkirch - Von einem „sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2018“, auf das die Volksbank Allgäu-Oberschwaben (VBAO) zurückblicken könne, sprach Georg Kibele, als er am Mittwoch in Leutkirch mit seinen beiden Vorstandskollegen Josef Hodrus und Werner Mayer die Jahresbilanz der Genossenschaftsbank der Presse präsentiert hat. Das Zahlenwerk fasst das erste gemeinsame Jahr nach der Fusion von Leutkircher Bank und Volksbank Allgäu-West zusammen.

Mit einer Bilanzsumme von etwas über 2,3 Milliarden Euro - einem Plus um 7,3 Prozent oder 157,7 Millionen Euro mehr - rangiere die VBAO unter den insgesamt 171 Banken im Genossenschaftsverband in ganz Baden-Württemberg auf Platz 14. Zum Vergleich nannte Hodrus die Volksbank Stuttgart auf Platz eins mit einer Bilanzsumme von rund 7 Milliarden Euro, wobei auch bemerkenswert sei, dass die VBAO im Gegensatz dazu im ländlichen Raum operiere.

Als größten Erfolgsindikator in der weiter andauernden „Niedrigzinsphase“ wertete Vorstandskollege Mayer, dass Sparer 125,9 Millionen Euro mehr als 2017 zur VBAO getragen haben. Dieses Plus um 7,9 Prozent habe die Einlagen der Bank auf fast 1,72 Milliarden Euro anwachsen lassen. An Krediten bewilligte sie fast 1,6 Milliarden Euro - die 66,3 Millionen Euro mehr bedeuten hier einen Anstieg um 4,3 Prozent.

Der „Cost Income Ratio“ genannte Index zur Wirtschaftlichkeit des Geldinstituts lag bei 63,23 Prozent: Das heißt laut Hodrus, dass für jeden verdienten Euro 63,23 Cent eingesetzt werden mussten. Der daraus resultierende Bilanzgewinn von 4,75 Millionen Euro bedeutet für das vergangene Geschäftsjahr konkret 200 000 Euro beziehungsweise 4,4 Prozent mehr als 2017. Der Zinsüberschuss sank, laut Mayer vor allem durch das Auslaufen „höherverzinslicher Kredite“ um vier Prozent, konkret von 43,7 Millionen Euro 2017 um 1,7 Millionen auf 41,9 Millionen Euro. Den „Verwaltungsaufwand“ konnte die VBAO positiv reduzieren, um eine Million Euro (2,7 Prozent) auf 36,2 Millionen Euro.

„Wir haben alle Ziele 2018 erreicht, und das überdurchschnittliche Wachstum wird sehr stark getragen durch die Kundeneinlagen“, betonte Mayer. Hodrus verwies auf die landesweiten Vergleichszahlen im Verband der 171 Genossenschaftsbanken: Dort liege die VBAO mit einem prozentualen Wachstum von 4,7 gegenüber 2,1 Prozent mehr als doppelt so gut im Rennen. Die Bilanzsumme stieg um 7,3 gegenüber den durchschnittlichen 4,5 Prozent der anderen Banken. Und dem Anstieg von 7,9 Prozent bei den VBAO-Einlagen stehen 5,4 Prozent landesweit gegenüber. „Sparsam“ stellt sich nur das Kreditwachstum dar: plus 4,3 Prozent bei der VBAO, 6,1 Prozent mehr im Verbandsvergleich.

Auf die Region fokussiert waren Hodrus mehrere Fakten wichtig: „Wir sind aktiver Ausbilder von derzeit 36 jungen Menschen - und hätten gerne auch noch mehr.“ Sie zählen zu den aktuell 451 Mitarbeitern (fünf weniger als 2017), die in den sieben Haupt- und 17 Geschäftsstellen beschäftigt sind. Auf SZ-Nachfrage erklärte Hodrus, dass bei den Standorten aktuell „keine Veränderungen vorgesehen“ seien, also keine weiteren Filialschließungen.

Zweitens - die VBAO werde vielfach ihrem Slogan „für die Menschen, für die Heimat“ gerecht: 5,01 Millionen Euro an Steuern seien 2018 direkt in der Region bezahlt worden. Mit den Gehältern der Mitarbeiter sei eine „Kaufkraft“ von mehr als 11,5 Millionen Euro generiert worden. Nach 160 Projekten 2017 seien 185 Immobilien mit einem „Kaufpreisvolumen“ von 45 Millionen Euro 2018 erfolgreich vermittelt worden. Hier beinhalte das Kreditvolumen von 378,5 Millionen Euro auch rund 71 Millionen Euro an Fördermitteln, die die VBAO in „aufwendigen und komplexen Beratungsleistungen“ (Hodrus) für 2500 Privat- und 976 Geschäftskunden generiert habe. Nötig gewesen seien dafür „rund 3500 Finanzierungsgespräche“, auch 30 Existenzgründer seien unterstützt worden, ergänzte Kibele.

Drittens unterstrichen die Vorstände die Unterstützung der Bank fürs Ehrenamt, das „wichtig ist für die Gesellschaft, wichtig für die Gemeinschaft“, formulierte Hodrus: 545 000 Euro seien als Spenden und im Sponsoring in die Region geflossen. Dazu addiert werden müssten die knapp 800 000 Euro, die über die „Crowdfunding-Plattform“ seit deren Start vor rund fünf Jahren für 247 Projekte hauptsächlich in Vereinen eingesammelt werden konnten: „Damit sind wir Spitze in Baden-Württemberg“, betonte Hodrus. Neu aufgestellt werden sollen die Ziele der VBAO-Stiftungen mit einem Schwerpunkt auf Schulförderung.

Die Zahl der Mitglieder wuchs im abgelaufenen Geschäftsjahr um 601 auf nun 53 345, an die 897 620 Euro Dividende ausgeschüttet wurden und denen die VBAO „als eine von fünf Pilotbanken bundesweit“ zusammen mit den R+V-Versicherungen in der Aktion „Mitglieder-Plus“ Rückvergütungen in Höhe von 35 000 Euro gewähren konnte. 43 841 mal nutzten die Kunden „Beratungen zu Finanzthemen“, heißt es im Jahresbericht weiter, 96 539 Einzahlungen standen 1 522 601 Auszahlungen an den 48 SB-Geräten der VBAO gegenüber. Von den Möglichkeiten im „Mitgliedernetzwerk“, der digitalen Plattform der VBAO, hätten 3985 Mitarbeiter, Mitglieder und deren Vertreter Gebrauch gemacht.

Zu den Zielen im laufenden Geschäftsjahr 2019 sagte Hodrus: „Wir wollen 200 Familien in ihrem neuen Haus glücklich machen.“ Sprich: Das Immobiliengeschäft soll weiter wachsen. „Großen Beratungsbedarf“, und damit ein weiteres Geschäftsfeld, sehen die Vorstände im „Generationenmanagement“. Kunden sollen aktiver als bisher in der Altersvorsorge begleitet werden, von der Vorsorge- oder Bankvollmacht bis zu Erbangelegenheiten. Vor allem auf junge Erwachsene bis 27 Jahre zielt die neue „FreeCard“ ab, eine unter gewissen Voraussetzungen kostenlose Kreditkarte mit weltweiten Services.

Zuletzt gingen die Vorstände auf die Neuorganisation an der Bankspitze nach dem Lawinentod ihres Kollegen Stefan Scheffold im Januar ein. Der Aufsichtsrat habe einen Geschäftsverteilungsplan verabschiedet, mit dem die Aufgaben in den insgesamt vier Geschäftsbereichen künftig auf die sechs Schultern von Hodrus, Kibele und Mayer verteilt werden.

Werner Mayer, Josef Hodrus und Georg Kibele (v. l.), die drei VBAO-Vorstände. Foto: Steffen Lang

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 22.12.2020

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