Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 01.03.2019

Fasnet mit Pauken und Trompeten

"Gugga-Gassa-Fetz-Band" bringt Stimmung in Innenstadt - Wie wichtig ist Musik für Fasnet? Eine Spurensuche

Von Wolfgang Heyer

Bad Waldsee - Allerorts schallt am Gumpigen Donnerstag Musik aus den Häusern. Auf den Straßen spielen Musikgruppen. Doch wie wichtig ist Musik eigentlich für die Fasnet? Die SZ hat sich auf Spurensuche begeben und die "Gugga-Gassa-Fetz-Band" aus Bad Waldsee am Gumpigen begleitet. Eine Reportage:

Es ist früh am Morgen. Der Stadtsee ruht und im Hintergrund zirpen Vögel. Aus der Innenstadt dringen leise aber bestimmt Trommel- und Fanfarenklänge ans Ohr der Sparziergänger. Die Melodien sind bekannt, ein Lächeln huscht unweigerlich über die Gesichter. "Das ist Fasnet", sagt ein Mann zu seiner Frau und blickt der "Gugga-Gassa-Fetz-Band" nach. Ihr Weg führt sie an diesem Gumpigen zuerst zum Fasnetshaus Rembold. "1,2,3,4", zählt der Musikalische Leiter Timo Leuter ein und die 25 Musiker spielen zugleich los. Es sind fetzige Rhythmen. Chefarzt Thomas Sapper schlendert an den Musikanten vorbei ins Haus, dort strecken bereits einige Gäste ihre Köpfe aus den Fenstern und wippen im Takt der Musik mit. Auch vom Balkon aus verfolgen die Zuhörer das schmissig vorgetragene Musikstück und haken sich in den Armen ein, um zu schunkeln. Unter großem Applaus werden die Musiker von Sonja Rembold hereingebeten. AHA.

Mit Musik kommt die Stimmung

"Ohne Musik geht gar nichts an der Fasnet. Erst durch die Musik kommt richtig Stimmung auf", sagt Vorstand Claus Pfeifenberger. Die umstehenden Musiker nicken bekräftigend und alle sind sich einig, dass das schönste Kompliment für gut gespielte Musik der Applaus des Publikums ist - "und natürlich das Mitschunkeln und Mitsingen", fügt Pfeifenberger hinzu und schon ist die Gruppe auf dem Balkon angekommen. In kleiner Besetzung wird der Schunkelwalzer angestimmt und schon ist die Tanzfläche über den Dächern eröffnet.

Mit einem kurzen "Weiter" und einem Fingerzeig gen Wurzacher Tor gibt Leuter die Richtung vor und schon setzt sich der Tross in Richtung "Schwäbische Zeitung" fort. Es wird musiziert, gelacht, geschunkelt. Und alle Anwesenden sind euphorisiert. Edda Auer ist Gründungsmitglied der "Gugga-Gassa-Fetz-Band" und somit seit knapp 30 Jahren dabei. Sie lacht. "Ohne Musik gibt es keine Fasnet", sagt die 63-Jährige und kann sich an einen Narrensprung ohne Musik erinnern: "Das war eine Katastrophe." Horn-Spieler Thorsten Harguth pflichtet ihr bei. Die Stimmung bei Umzügen lebt auch von den Musikgruppen. "Die Zuschauer am Straßenrand fangen immer an sich zu bewegen, wenn Musik vorbeikommt", betont Harguth und schon geht es weiter.

Im Wurzacher Tor, das auch das Logo der Guggamusik-Gruppe ist, macht die Truppe einen kurzen Stopp. Sie spielen ihren selbstkomponierten "6er", ein eingängiger Rhythmus, der alle Musiker mitreißt. Sie gehen in die Knie, fangen an zu tippeln und springen dann wie auf ein unsichtbares Signal hin gleichzeitig in die Höhe. "Wir nutzen den Schall im Bogen, um noch lauter zu sein", sagt Leuter und schmunzelt. Es ist eine Tradition.

Ab in ein anderes Leben

In der Rißtal-Metzgerei erwartet die Musiker ein Weißwurstfrühstück. Doch zuvor spielen sie ein, zwei Stücke und laden die Belegschaft zum gemeinschaftlichen Schunkeln ein. Wieder wird gelacht. "Musik ist das Wichtigste. Sie bringt einen quasi in ein anderes Leben", sagt Metzgereichef Jürgen Hartmann und klatscht im Takt zur Musik.

In der Galerie wissen die Musiker stimmlich zu überzeugen. "Ein dreifaches Gugga-Gassa", schreit Leuter und alle antworten im Chor: "Fetz-Band." Musik ertönt, den Gästen gefällts. "Die Musik ist das A und O bei der Fasnet. Das bringt Stimmung und Feierlaune. Stell dir nur mal vor, wie ein Umzug ohne Musik wäre - das wäre doch eher ein Trauerzug", sagt Galerie-Wirt Markus Lutz und begrüßt die Musiker herzlich.

In der Volksbank Allgäu-Oberschwaben herrscht stetes Kommen und Gehen der Musikgruppen. Hajo-Leuter weiß mit einem Solo zu überzeugen, ehe seine Musikkollegen in die Melodie mit einsteigen und alle Gäste "la-la-la" zu singen beginnen. "Ohne Musik läuft an der Fasnet gar nichts. Sie öffnet den Menschen die Herzen und wenn man in die Gesichter schaut, dann sieht man nur Lachen", sagt Regionalmarktdirektor Anton Sproll.

Es wird also an diesem Gumpigen deutlich, dass die musikalischen Gruppen ein fester Bestandteil der Waldseer Fasnet sind und ihren Teil zur einmaligen Gumpigen-Atmosphäre in der Innenstadt beitragen. Weitere Musiker sind bei der "Gugga-Gassa-Fetz-Band" willkommen und brauchen keine musikalischen Vorkenntnisse.

25 Musiker spielen in der "Gugga-Gassa-Fetz-Band" mit, das Wurzacher Tor ist ihr Logo. Foto: Wolfgang Heyer

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 23.12.2020

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