Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 18.02.2019

Gebäude werden in den Schatten gestellt

Unternehmensbesuch von "Isny Aktiv" bei der Friesenhofener Klaus Durach GmbH

Von Tobias Schumacher

Friesenhofen - Hamburger Elbphilharmonie, Frankfurter Messeturm, die neue Hauptverwaltung der Allianz-Versicherung in München-Schwabing mit rund 6000 Fenstern, Polizeipräsidium in Reutlingen, ZF-Entwicklungszentrum in Friedrichshafen - all diese, architektonisch teils spektakulären Gebäude, haben eines gemeinsam: Ihre Sonnenschutzsysteme wurden in Friesenhofen konzipiert und produziert.

Der landläufige Begriff "Rollo" würde völlig unzureichend beschreiben, was den Betrieb von Klaus Durach groß gemacht hat. Das wurde deutlich beim Informationsbesuch von rund 40 Interessierten der Unternehmer-Initiative "Isny Aktiv". Der Firmeninhaber begrüßte die Gäste mit der ungefähren Zusammenfassung, dass sich seine Durach GmbH seit der Gründung 1995 "zum Spezialisten für innenliegenden Blendschutz entwickelt" habe. Welche Anforderungen und Spezialisierungen damit einhergehen, verdeutlichten als Fallbeispiele die oben genannten Bauten ebenso wie der mehr als zweistündige Rundgang durch die Werkshallen, facettenreich und informativ begleitet von Klaus Durach, seiner Tochter Annika und Vertriebs- und Produktspezialist Rainer Wetzel.

Rollo-Anlagen als Hauptprodukt

Analog dazu skizzierte Durach die Firmenentwicklung: Vom Zwei-Mann-Betrieb, der zunächst von einer "Mode" profitierte - Gardinenstangen aus Edelstahl, für die über rund fünf Jahre bis zu 110 Tonnen des Metalls jährlich in Friesenhofen verarbeitet worden seien - über das genauso plötzliche Abebben des Trends, die Neuausrichtung, Weiterentwicklung und letztliche Spezialisierung zu einem metallverarbeitenden Unternehmen, das heute rund 60 Mitarbeiter beschäftige.

"Unser Hauptprodukt sind heute Rollo-Anlagen für große Büro- oder Wohngebäude", präzisierte Durach. Etwa "Blendschutz für Bildschirmarbeitsplätze" aus mit Aluminium beschichteten Spezialstoffen, die nach gesetzlichen Vorschriften nur etwa fünf Prozent Außenlicht einfallen lassen, zugleich den Menschen drinnen aber Blicke ins Freie gestatten, "damit sie sich nicht eingesperrt fühlen".

Im gläsernen Wohnhochhaus "Henninger Turm" in Frankfurt seien beispielsweise 1800 solcher Rollo-Anlagen eingebaut worden, die außerdem Sonnenwärme von außen abhalten: "Wir schaffen es, den Energieeintrag deutlich zu reduzieren", umriss Durach die Eigenschaften seiner Produkte und machte folgende Rechnung auf: Rund 85 Prozent der Energie werde heute darauf verwendet, moderne Gebäude "runterzukühlen", nur 15 Prozent würden fürs Heizen anfallen. Weil die Jalousien aus Friesenhofen nur einen geringen Prozentsatz des Sonnenlichts durchließen und die Alubeschichtung den Großteil reflektiere, "helfen wir, den Energiebetrag im Haus zu verringern; und das auch, weil Scheiben immer einen großen Wärmeverlust bedeuten", betonte Durach.

Die Beschattungssysteme werden gemeinsam mit Architekten und auch beteiligten Baufirmen jeweils nach Maß entwickelt, "nicht als klassische Konfektion". Sie werden von Handwerksbetrieben vor Ort montiert, die deutschlandweit neun Außendienstmitarbeiter betreuen, für die - neben Einkauf und Vertrieb - in Friesenhofen wiederum zehn Verwaltungskräfte zuständig sind. Für die Systemlösungen fertige die Durach GmbH "auch die Verpackungen außenrum": Kästen etwa, die versenkt in die Raumdecken eingebaut werden, in denen auch kleine Motoren die Rollos antreiben oder Wellen und Federn automatisch ausgleichen, sollte eine Stoffbahn beim Abrollen und Aufwickeln "schief" laufen.

"Wir lieben Metalle und verarbeiten, wenn möglich, keine Kunststoffe", fasste Durach die dafür nötigen Produktionsmittel und -schritte zusammen: Hoch komplexe Metallverarbeitung, Lasern, Schweißen von Platten und Blechen aus Aluminium, Edelstahl, Stahl samt einer für jegliche individuelle Farbgebung eigens im Gewerbegebiet an der Alten Bahnlinie in Friesenhofen aufgebauter Pulverbeschichtungsanlage. Fürs Drehen und Fräsen "besonderer Teile" ist eine Partnerfirma verantwortlich, "die mit uns groß geworden und dreimal umgezogen ist", betont Durach; jene von Alfred Spiess und seinen Facharbeitern in einer eigenen Werkshalle direkt neben jenen drei der Durach GmbH, "weil viel Absprache nötig ist".

Referenzliste mit vielen Objekten

Das Jalousien-Sortiment umfasst neben Rollos auch gefaltete Plissées mit Schnur- oder Kettenzügen. Spezialwebereien liefern die Stoffe dafür, die in Friesenhofen auf zwei Schneidetischen (jeweils mit der Fläche eines großen Wohnzimmers) auf Maß gebracht werden.

Aus der engen Zusammenarbeit mit Architekten und Fachfirmen entstand im Übrigen ein noch junger, weiterer Bereich: "Akustik-Produkte" - etwa Deckenpaneele, die frei in Räume gehängt werden, oder riesige Wandbilder aus Stoffen mit Fotoaufdrucken, was in Firmengebäuden schon "Betonmischer oder Strommasten" gewesen seien, oder auf dem Boden stehende Kuben, die an Ausstellungssockel erinnern. Einziger Zweck - Schall schlucken. "Das ist heute ein Markt, an den vor zehn Jahren noch kein Mensch gedacht hat, bei uns jetzt ein kompletter Betriebsbereich", schilderte Klaus Durach.

Die Referenzliste auf der Firmen-Website listet weit über 100 Objekte zwischen Aachen und Zürich auf. Nach schon so vielen, erfolgreich realisierten Projekten in namhaften Gebäuden sei als hauptsächlicher Erfolg zu werten, dass "sehr viele Architekten in Ausschreibungen mittlerweile unsere Produkte verlangen", schloss Durach. Als Grund vermutete er mit einem Grinsen: "Das ist vielleicht dem Umstand geschuldet, dass wir uns ein bisschen mehr anstrengen als der Rest der Welt."

Firmengründer Klaus Durach (links) und Werner Mayer, Vorstand der Volksbank Allgäu-Oberschwaben und Einladender seitens "Isny Aktiv" zum "Unternehmerstammtisch", diesmal in Friesenhofen. Foto: Tobias Schumacher

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 23.12.2020

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