Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 21.01.2019

600 Schüler werden über Rohstoffknappheit aufgeklärt

Vortrag und Film zum "Umgang mit den Ressourcen der Erde" - Umdenken wird gefordert

Von Wolfgang Heyer

Bad Waldsee - Mehr als 600 Schüler haben sich bei der Unesco-Multivisionsschau "Reduse - Über unseren Umgang mit den Ressourcen der Erde" am Freitag in der Mensa mit den Themen Rohstoffverbrauch und Umweltschutz auseinandergesetzt. Anhand praktischer Beispiele wurde den Siebt- bis Zehntklässlern des Gymnasiums und der Realschule Bad Waldsee die Bedeutung der Nachhaltigkeit näher gebracht.

Nachdem Moderator Björn Wiele den Schülern den Unterschied zwischen nachwachsenden Rohstoffen (beispielsweise Getreide oder Holz) und nicht nachwachsenden Ressourcen (beispielsweise Zinn, Kupfer und Eisen) erläuterte, fand der Politikwissenschaftler schnell klare Worte: "Unsere Ressourcen sind begrenzt. Wenn wir unser Verhalten nicht ändern, bedrohen wird unsere Lebensgrundlage." Exemplarisch nannte er die Überfischung der Meere oder das Abholzen des Regenwaldes.

Seit 1950 ist der Ressourcenverbrauch pro Kopf massiv angestiegen. Ein Film zeigte den Schülern schonungslos die Nachteile der Konsum- und Wegwerfgesellschaft auf und machte eindrücklich auf die Rohstoffknappheit aufmerksam. Während der Bildungskampagne wurden aber auch Beispiele für ressourcenschonenden Umgang aufgezeigt. Anstatt Kleidung einfach wegzuwerfen, könnten die Schüler beim Kleiderkauf entweder bewusst weniger einkaufen ("reduce") oder die Anziehsachen tauschen, verkaufen oder an einen Secondhandshop spenden ("reuse") oder in den Stoffkreislauf zurückgeben ("recycle") - das könnte beispielsweise bei einem Modedesigner geschehen, der aus Altkleidern neue Mode entwirft ("upcycle").

Während der anschließenden Diskussion brachten die Schüler ihre Ideen ein, um Ressourcen schonen zu können. Da war zu hören, dass auf Plastiktüten verzichtet werden oder dass Kleidung durch den Einwurf in Altkleidercontainer einem sozialen Zweck zugehen soll. Ein Lehrer appellierte zudem an die Jugendlichen, ihren Müll auch in der Schule zu trennen. Selbst Pfandflaschen würden achtlos weggeworfen. Daher soll es im Schülerbistro in der Realschule eine Recycling-Flaschenstation geben und das gesammelte Geld gespendet werden.

Alle Anwesenden waren sich einig, dass ein Umdenken einsetze müsse. "Es hängt alles von unserem Verhalten ab", betonte Wiele und ergänzte: "Veränderung fällt nicht vom Himmel. Das müssen wir schon selbst machen." Mit der Multivisionsschau ist er in ganz Deutschland unterwegs und sensibilisiert die Schüler für den verantwortungsvollen Ressourcenumgang.

Das Thema hat auch Gymnasium-Rektor Robert Häusle überzeugt und so war er gerne bereit, dass Angebot des Vereins Multivision anzunehmen. "Es geht um die Zukunft der jüngeren Generation", erklärte Häusle und betonte, dass die Thematik auch im Bildungsplan zu finden ist. Am Gymnasium gibt es Umweltmentoren und einen Arbeitskreis Umwelt. Realschul-Rektor Holger Kläger hob die besondere Unterrichtsform hervor: "Das hat einen Eventcharakter. Solche Veranstaltungen bleiben im Schulleben doch in Erinnerung und machen es besonders."

Auch Werner Seibold, Geschäftsstellenleiter der Volksbank Allgäu-Oberschwaben, die die Veranstaltung mit 800 Euro unterstützte, sieht den aktuellen Rohstoffverbrauch kritisch: "Wir leben leider in einer Wegwerfgesellschaft. Wenn man sich die Bilder des plastikerfüllten Ozeans vor Augen führt, braucht es dringend Veränderung - und die beginnt im Kopf." Und genau diese gedankliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Problematik setze bei den Schülern ein, ist sich Moderator Wiele sicher. Ob es sich dann auch im Verhalten niederschlägt? Das bleibe zu hoffen, so Wiele: "Vielleicht nicht sofort, aber wenn ein bisschen Zeit vergeht, dann hoffentlich schon. Das muss reifen."

Moderator Björn Wiele (rechts) diskutierte mit den Schülern in der Mensa über Nachhaltigkeit. Foto: HEY

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 29.01.2021

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