Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 22.03.2018

Fusion zeigt Wirkung: Bilanzsumme steigt überdurchschnittlich, fünf Prozent Dividende

Erste Jahrespressekonferenz der "neuen" Volksbank Allgäu-Oberschwaben - Vorstände unterstreichen "positive Synergieeffekte" - Sprung auf Platz 15 im Land

Von Tobias Schumacher

"Der Vorstand hat die Fusion gut abgearbeitet", sind sich Werner Mayer, Georg Kibele, Stefan Scheffold und Josef Hodrus (von links) einig. Foto: sl

Leutkirch - Keine weiteren Filialschließungen 2018, ein überdurchschnittliches Wachstum innerhalb des baden-württembergischen Genossenschaftsverbandes (BWGV; siehe Tabelle rechts), auch dank der Fusion, und damit ein Anstieg der Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2017 um 5,2 Prozent auf 2,1672 Milliarden Euro - diese drei "Kernbotschaften" hat die Volksbank Allgäu-Oberschwaben (VBAO) gestern in ihrer Bilanz-Pressekonferenz für das Vorjahr ausgesendet. Die Höhe der Bilanzsumme katapultiert die VBAO auf Platz 15 unter den 180 Volks- und Raiffeisenbanken im Land.

Drei große Themenbereiche der Öffentlichkeit zu vermitteln, war den vier Vorständen Josef Hodrus, Georg Kibele, Stefan Scheffold und Werner Mayer in der neu strukturierten Verwaltungszentrale in Leutkirch wichtig: Dass die Fusion von Leutkircher Bank und Volksbank Allgäu-West laut Hodrus "nicht so nebenher geht", aber nach nicht einmal neun Monaten schon positive "Synergieeffekte" zeige; weiter viele "Zahlen, Daten, Fakten", die Scheffold und Kibele zusammenfassten; sowie den "Strategieprozess" bis ins Jahr 2022 (unter anderem die freiwillige Zertifizierung nach ISO 9001:2015), den Mayer skizzierte, nachdem Hodrus den Ist-Zustand erläutert hatte.

Interessant für die aktuell 52 744 Mitglieder (bei 1774 Zugängen und 1569 Abgängen, etwa durch Tod oder Kündigung, ein "Nettozuwachs von 205 Mitgliedern 2017, laut Hodrus ein "Alleinstellungsmerkmal" der Genossenschaftsbank), ist: Der Vorstand will der Vertreterversammlung im Juni die Auszahlung einer Dividende von vier Prozent sowie einen zusätzlichen "Fusionsbonus" von einem Prozent vorschlagen.

Möglich sei dies dank 4,6 Millionen Euro Gewinn, mit dem die Bank laut Scheffold auch "den Zukunftsgaranten Eigenkapital und Rücklagen stärken" wolle. Als sogenannte "Cost Income Ratio", den erwirtschafteten Ertrag pro einem Euro, hat die VBAO 64 Prozent ermittelt, im BWGV liege er bei 69 Prozent. Der "Verwaltungsaufwand" sei dank der Fusion um 1,9 Millionen (minus 3,6 Prozent) auf 37,2 Millionen Euro gesunken.

2016 erwirtschafteten beide Banken zusammen den gleichen Gewinn. Das Null-Prozent-Wachstum sei als Erfolg zu werten, weil der "Zinsüberschuss" - Geld das die VBAO auf Kundeneinlagen gutschreibt, obwohl sie für diese Guthaben selbst Negativzinsen entrichten muss - die Bilanz mit minus 4,2 Prozent belastet. "Das kann uns nicht gefallen, aber der Jahresendwert ist besser als die Planzahl zu Beginn 2017", sagte Scheffold mit Blick auf die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank. Dass die VBAO "im Kundenkreditgeschäft trotzdem Zinsen generieren" konnte, sei ein erster Erfolg der Fusion.

Das Volumen der Kundeneinlagen stieg um 5,2 Prozent, konkret um 79,2 Millionen Euro auf 1,594 Milliarden Euro. Fast 500 Millionen Euro stammen von Firmenkunden (16,9 Millionen Euro mehr als 2016), und nahezu 1,1 Milliarden Euro gehören Privatkunden (plus 62,3 Millionen Euro gegenüber 2016). "Wir sind bestens gerüstet", bilanzierte Scheffold. Die Summen seien ein Beleg für die Qualität der Beratung und das Vertrauen der Kunden in die Bank.

Ein "Riesenthema" sind laut Vorstandssprecher Hodrus in diesem Zusammenhang auch die Volumina im Versicherungsgeschäft: 21,6 Millionen Euro bei Renten-, 11,4 Millionen in fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen sowie 16,8 Millionen Euro in der betrieblichen Altersversorge hat die VBAO 2017 bewegt. Aufs Bausparen, laut Hodrus "wichtiger denn je", weil sich Sparer 1,4 Prozent Schuldzinsen sichern können, entfielen 88,6 Millionen Euro.

Mit dem Schwerpunkt im Privatkundenbereich habe die VBAO 144 Immobilien mit einem Finanzvolumen von 29,2 Millionen Euro vermittelt. Aktuell projektiere sie in der Region "als Bau- und Erschließungsträger" weitere 150 Bauplätze oder setze sie um. Unter der bankeigenen Immobiliengesellschaft OSB entstünden knapp 40 Neubauwohnungen.

Kredite gewährte die Bank in Höhe von fast 1,53 Milliarden Euro: 97,2 Millionen (oder 6,8 Prozent) mehr als 2016 - würden die damaligen Zahlen beider Banken addiert. Das Volumen bei Firmenkunden stieg um 63,6 Millionen (plus 9,5 Prozent) auf 735,2 Millionen, bei Privatkunden um 33,6 Millionen (plus 4,4 Prozent) auf 794,2 Millionen Euro. Das Neukundengeschäft umfasste hier knapp 332 Millionen Euro mit 736 Firmenkunden und 2150 Baufinanzierungen.

Verbunden damit waren auch "Zusagen im Fördermittelgeschäft", sie stiegen um 11,5 Millionen Euro (plus 16 Prozent) auf fast 84 Millionen Euro. Die Zahlen umfassen das Volumen, das die VBAO für Kunden in Gewerbe, Landwirtschaft und Wohnungsbau generieren konnte.

Ihr Geschäftsgebiet hat die VBAO nach der Fusion in vier Bereiche gegliedert mit sechs Selbstbedienungsterminals, 17 Geschäfts- und sieben Hauptstellen, darunter die drei zentralen Verwaltungssitze in Leutkirch, Wangen und Kißlegg. Die "Online-Filiale" sitzt in Kißlegg, wo 25 Beschäftigte, teils in Teilzeit, tätig sind. Sie bearbeiteten 2017 unter anderem 262 942 Telefonanrufe.

Von den aktuell 456 Mitarbeitern, darunter 41 Auszubildende, mussten 77 Personen den Standort wechseln, von fast 200 habe sich der Arbeitsplatz verändert, 15 Menschen hätten das Unternehmen verlassen.

Eine anonyme Befragung im Herbst 2017 hat laut Scheffold ergeben, dass die Mitarbeiter die "Fusion für richtig halten und alle motiviert in die Zukunft schauen". Hodrus will dies mit einem "Werte- und Kultur-Kodex" auf die Kunden übertragen.

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 23.03.2018

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