Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 05.07.2018

Auf zur Spurtstrecke im Fasnetsmarathon

Baizentour, Hessenausflug, Kissball, Narrensprung: Isnyer Guggenmusik vor intensiven Tagen

Von Tobias Schumacher

Der Adlersaal ist während der Fasnet die zweite Heimat der Isnyer Guggenmusik, beim "Kissball" am Rosenmontag ebenso wie beim Kurzauftritt zum Zunftmeisterempfang (Bild von 2017). Archivfoto: Tobias Schumacher

Isny - Die Fasnet 2018 ist für die Isnyer Guggenmusik schon fast eine Generalprobe, der Aufgalopp fürs kommende Jahr: 2019 feiert die Stimmungskapelle mit einer großen Guggennacht in Isny ihr 40-jähriges Bestehen. Was indes jetzt schon seine Schatten vorauswirft. "Mit dem Crowdfunding der Volksbank Allgäu-Oberschwaben wollen wir Geld sammeln für ein neues Häs", erklärt Michael Motz. Eine gewaltige finanzielle Anstrengung für die aktuell 43 aktiven Vollgasfasnachter: "Wir rechnen mit 15 000 bis 18 000 Euro", überschlägt der Vorstand.

An der Umsetzung lässt er gleichwohl keinerlei Zweifel. "Wir haben eine Schneiderin hier aus dem Allgäu gefunden, sie hat sogar einen Laden in Isny und die ersten Kostüme sind schon fertig." Mehr will Motz nicht verraten - zumindest erstmal bis Aschermittwoch.

Mit den Rolli-Tänzern auf Tour

Denn bis dahin wird im Hier und Jetzt gefeiert: Vergangenes Wochenende hatte die Isnyer Guggenmusik einen Auftritt in Niederrieden bei Mindelheim, einen Tag später reiste sie gemeinsam mit der Rolli-Tanzgruppe des Stephanuswerks zu einem Ball in Sonthofen, auf der Rückfahrt schaute die Truppe in Grünenbach vorbei. "Diese Saison haben wir 23 Einzelauftritte, teilweise an einem Tag zweimal - die Fasnet ist heuer relativ kurz und komprimiert, da lässt sich das nicht vermeiden", summiert der Vorstand den zeitlichen Aufwand der Musiker mit einem Altersspektrum "von 18 bis Mitte 50".

Nächster Termin ist am Gumpigen Donnerstag der Rathaussturm in Isny, gefolgt von der traditionellen Baizentour durch die Stadt am Tag darauf (siehe Info-Kasten). Und obwohl die Guggenmusik am Rosenmontag im Adlersaal in der Vorstadt für den "Kissball" als Veranstalter verantwortlich zeichnet, machen sich die 38 Musiker, die 2018 aktiv spielen (fünf pausieren aktuell wegen anderweitiger Verpflichtungen), für zwei Tage auf ins Hessische, nach Schlüchtern: "Wir waren schon ein paar Mal dort oben, es gibt jedes Mal ein großes Hallo, wir laufen beim Umzug mit, spielen auf einem Ball, bleiben über Nacht und schlafen alle in einem Massenlager direkt unter der Festhalle", blickt Motz voraus.

Aus Schlüchtern stamme Ensemble-Mitglied Nadja Zähringer. Sie sei ein Beispiel dafür, wie auch Auswärtige die Kapelle immer wieder auffrischen, etwa musizierende Studenten an der NTA, erzählt Motz, der der Isnyer Guggenmusik seit fünf Jahren vorsteht und sich immer noch auf die Isnyer Kneipentour ("Das Highlight, das toll mit den Wirten abgesprochen ist") und den "Kissball" freut.

Der Name dieses "klassischen Rosenmontagsballs" lehnt sich übrigens an die Rockband "Kiss" an, deren Gassenhauer "I was Made for Lovin' You" seit vielen Jahren zum Repertoire der Guggenmusik gehört. Wie rund 30 weitere Stücke, die der musikalische Leiter Peter Fritzenschaft über die Jahre hinweg ausgesucht und arrangiert hat. "Ich finde es eine gigantische Leistung der Musiker, dass die das alles drauf haben und locker aus dem Stegreif spielen", unterstreicht Motz.

Neu hinzu kamen für die Fasnet 2018 zwei Titel: "Stand by Me" und "Teenage Dirtback". Wie das klingt, erleben die Isnyer Narren in den kommenden Tagen. Und weiteres Fasnetsspektakel mit der "Hausemer Guggenmusik", die am Rosenmontag wieder im Adlersaal vorbeischaut. "Mit neuem Programm und ihren gigantischen Kostümen", freut sich Motz auf die Truppe aus Dickenreishausen bei Memmingen, die bis heute "aus der Tradition heraus nur Jungs und keine Frauen aufnimmt".

Enormer Aufwand

Den weiblichen Part beim "Kissball" übernehme dafür "die Ronsberger Prinzengade "mit Showtanz, ein tolles Element, das gehört einfach zur Fasnet", sagt Motz. Die Ostallgäuer kämen "samt ihrer gekrönten Häupter und Hofstaat - was die an Aufwand investieren ist enorm." Kurzfristig als "Opener" wurden die "Flachshuiler" aus Sonthofen eingeladen: "Eine kleine Kapelle, die noch am Anfang steht, erst nur aus Schlagzeugern bestand, inzwischen aber auch Bläser dabei hat", weiß Motz.

Aprops Aufwand: Einen Ball zu stemmen, mache der Guggenmusik "nach wie vor Spaß, ist aber sehr schwer geworden", sagt der Vorstand. Ein ansprechendes Programm sei nur möglich mit Gegenbesuchen bei den Gästen. "Auflagen werden nicht einfacher, das ist seitenweise Papier", schildert Motz. Mit der Stadtverwaltung gebe es glücklicherweise "ein sehr gutes Miteinander, ein gemeinsames Suchen nach Lösungen". Aber Saalmiete und Sicherheitspersonal müssen eben bezahlt werden, ein finanzielles Risiko einer kleinen Truppe für großes Vergnügen möglichst vieler Narren. Zusätzlich zu Instrumenten, Busfahrten, Versicherungen - und einem neuen Häs für 2019.

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 05.07.2018

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