Schwäbische Zeitung

Presseveröffentlichung vom 19.01.2018

Energiegenossen investieren im Hunsrück

Investition in Bürgerwindpark geplant - Infoveranstaltung in der kommenden Woche

Von Tobias Schumacher 19. Januar 2018

Isny - Zweck der "Freien Energiegenossenschaft Isny (FEGI)" ist laut Satzung, in Projekte zur Erzeugung erneuerbarer Energien zu investieren. "Nach der Konzentration auf Nahwärme in der Stadt über die Bioenergie Isny (BEI) in den letzten Jahren möchte die FEGI sich mit der Investition in Windkraft zusätzlich stärken", sagt FEGI-Vorstandsmitglied Hellen Maus. Jetzt kann die Genossenschaft einen Erfolg vermelden: Nach längerer Suche wurde ein Windpark gefunden, in den die FEGI mit einer Summe im unteren sechsstelligen Drittel einsteigen will - konkret in "Höhenwind 8" im Hunsrück, unter diesem Namen drehen sich drei Windräder, die zu einem Verbund von Bürgerwindparks gehören, dessen Anfänge schon im Jahr 1994 liegen. Am Mittwoch kommender Woche kommt dessen Geschäftsführer Werner Vogt nach Isny, um über "Höhenwind 8" zu informieren.

Die Veranstaltung soll FEGI-Mitglieder vom Engagement überzeugen und im Idealfall weitere Zeichner von Genossenschaftsanteilen gewinnen. "Wind ist Energie, und Wind trägt auch die FEGI weiter. Mit einer Investition in einem Windpark im Hunsrück gibt sie Bürgern die Chance, sich an Windkraft zu beteiligen", blickt Hellen Maus voraus.

Die FEGI war 2009 gegründet worden, um erneuerbaren Energien einen langfristigen Anschub und eine tragfähige Basis zu geben. Das Ziel lautete: freie Energiestadt Isny. "Jeder hatte damals die Chance, mit seinem individuellen Beitrag die Energiewende zu unterstützen. Vorrangig wurde damals in Photovoltaik-Anlagen investiert", erinnert sich Maus. Wer es mit der Energiewende ernst meine, komme heute aber an Windkraft nicht mehr vorbei. "Erst recht nicht die FEGI - die Energiewende braucht unter den Aspekten Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit einen ausgewogenen Energiemix", ist Maus mit Blick auf die energiepolitische Entwicklung in Deutschland überzeugt.

Im "Mix" der Isnyer Genossenschaft habe die Windkraft bisher gefehlt, weil vor Ort keine Anlagen realisierbar waren, sagt Maus. Die Satzung hatte zunächst Investitionen in Süddeutschland favorisiert, ein geeignetes Projekt sei aber weit und breit nicht zu finden gewesen. Als Beispiele nennt sie den Stillstand bei den Windradplänen in Beuren oder Bad Waldsee. Eine Satzungsänderung 2017 erlaube der FEGI nun, auch außerhalb der näheren Umgebung zu investieren.

Suche nach Projekt ist aufwendig

"Die Suche nach einem geeigneten Investitionsprojekt mit passenden Partnern gestaltete sich für die Aufsichtsräte und den Vorstand der FEGI die letzten drei Jahre sehr aufwändig", präzisiert Maus. Eine gute Grundlage für die Entscheidungsfindung sei schließlich eine "Handlungsempfehlung der Hochschule Biberach" gewesen, die 2016 vorgestellt wurde: "Als für die FEGI maßgeschneidert erwies sich das Projekt Höhenwind 8", als Vermittler in den Hunsrück habe Franz Biesigner fungiert. Der Windkraft-Experte bringt Berufserfahrung aus dem Energiekonzern Vattenfall mit, mit seinen Kollegen im FEGI-Vorstand und -Aufsichtsrat besuchte er im Herbst 2017 den Windpark in Nieder Kostenz im Hunsrück, die "nach ausführlicher Prüfung beschlossen, sich daran zu beteiligen", berichtet Maus weiter.

Sie betont, dass das Isnyer Engagement "kalkulierbarer" sei, weil "Höhenwind 8" innerhalb eines Windkraftverbunds entstanden und bereits 2017 in Betrieb genommen worden sei. So könnten die Erträge schon jetzt "ziemlich gut berechnet werden", die Einspeisevergütung erfolge noch nach der alten Fassung des "Erneuerbare Energien-Gesetz EGG", sei also lukrativ. "Wir investieren in eine sich drehende Anlage und haben kein Baurisiko", ergänzt FEGI-Vorstand Andreas Wingartz, warum den Verantwortlichen die Investition "als sehr sicher erscheint".

Die FEGI weist darauf hin, dass sich jeder Bürger beteiligen könne, nicht nur Mitglieder. "Ein Geschäftsanteil beträgt 100 Euro - eine Chance also für viele, sich an der Windenergie zu beteiligen und dazu beizutragen, dass die Energiewende weiter vorangebracht wird", formuliert Maus als Appetitanreger und Einladung für Unterstützer der Energiewende im Vorfeld der Infoveranstaltung kommende Woche.

Werner Vogt, Geschäftsführer der "Höhenwind 8 Nieder Kostenz GmbH & Co. KG" kommt am Mittwoch, 24. Januar, nach Isny. Ab 19 Uhr informiert er in der Isnyer Filiale der Volksbank Allgäu-Oberschwaben in der Bergtorstraße über Bürgerwindparks, die er seit 1994 mit realisiert hat, und das Potenzial eines FEGI-Einstiegs im Hunsrück. Genossenschaftsmitglieder sind ebenso willkommen wie Interessierte an einem Windkraft-Investment.

Geschäftsführer Werner Vogt auf der "Höhenwind 8"-Baustelle im Hunsrück. Der Windpark läuft seit 2017, nun wollen Isnyer Energiegenossen dort investieren. Foto: Höhenwind 8

Quelle: Presseveröffentlichung | letzte Aktualisierung 23.02.2018

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